Bildung

Bildung ist elementar für den sozialen Aufstieg. Ich bin fest davon überzeugt, dass das eigene Bemühen und die eigenen Fähigkeiten über Bildungserfolge und Aufstiegschancen entscheiden sollen und nicht der Geldbeutel der Eltern. Daher muss der Zugang zu Wissen allen Menschen offenstehen. Ein modernes Bildungssystem fördert außerdem die Persönlichkeitsentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler nach deren individuellen Bedürfnissen. Die Lehrerinnen und Lehrer leisten einen besonderen und wertvollen Dienst an der Gesellschaft. Gut lehren und lernen kann man nur unter guten Bedingungen. Das bedeutet für mich, dass die Schulen über genügend Lehrerinnen und Lehrer und eine hochwertige Ausstattung wie Breitbandanschluss oder ordentliche Schultoiletten verfügen.

 

Dies sind meine Schwerpunkte!

1. Von der Kita bis zum Master und Meister: Bildung muss gebührenfrei sein!

Der Zugang zu guter Bildung ist Vorrausetzung dafür, ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen. Bildung muss daher allen Menschen in jedem Alter offenstehen. Der Geldbeutel der Eltern darf dabei keine Rolle spielen. Daher ist mir ein gebührenfreier Zugang zu Bildung sehr wichtig – und zwar der Besuch der Kita genauso wie der Besuch der Universität und die Meisterausbildung.

2. Gute Bildung braucht eine auskömmliche Finanzierung!

In Schulen wird der Grundstein für die Zukunft gelegt. Deshalb muss das Bildungssystem über ausreichend finanzielle Möglichkeiten verfügen. Das Erscheinungsbild unserer Schulen ist eine Visitenkarte für den Stellenwert, den Bildung in unserer Gesellschaft einnimmt. Aus diesem Grund setze ich mich dafür ein, dass Schulen eine auskömmliche finanzielle Ausstattung bekommen, um die teilweise maroden Gebäude sanieren zu können.

3. Digitalisierung ist unsere Zukunft – auch in der Bildung!

Damit unsere Schülerinnen und Schüler frühzeitig auf die digitalisierte Arbeitswelt vorbereit werden, brauchen die Schulen eine moderne digitale Ausstattung. Dazu gehören schnelles WLAN, Whiteboards und Tablets in den Schulklassen. Die Hardware allein genügt nicht. Den Schülerinnen und Schüler müssen auch Medienkompetenz beigebracht werden, zum Beispiel wie sie programmieren und wie sich in den sozialen Netzwerken bewegen können.

4. Lehrerinnen und Lehrer verdienen bessere Arbeitsbedingungen!

Nordrhein-Westfalen und besonders Duisburg steht vor der Problematik, dass nicht ausreichend Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung stehen. Dies führt zu Mehrbelastungen und Stress für das bestehende Lehrpersonal. Ich setze mich daher für mehr Lehrkräfte und Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter ein. Auch muss die Einstiegsbesoldung in den Lehrerberuf reformiert werden, da Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen weniger verdienen als ihre Kolleginnen und Kollegen an den Gymnasien. Auch hier gilt: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

Aufstieg durch Bildung – Ein sozialdemokratisches Versprechen!

Die Sozialdemokratie in Deutschland hat eine lange bildungspolitische Tradition. Die SPD ist selber aus sogenannten Arbeiterbildungsvereinen hervorgegangen, die im 19. Jahrhundert gegründet wurden, um Arbeitern und Handwerkern allgemeines oder fachliches Wissen und Bildung zu vermitteln. Schon damals wussten die Menschen, dass sozialer Aufstieg und eine Verbesserung der persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse nur mit bester Bildung gelingen kann. Einer der sozialdemokratischen Gründerväter, Wilhelm Liebknecht, sagte 1872: „Die Sozialdemokratie ist im eminentesten Sinne die Partei der Bildung".
Diesen Anspruch hat sich die Sozialdemokratie durch alle Epochen der jüngeren deutschen Geschichte immer bewahrt. Denn durch die sozialdemokratische Bildungspolitik wurden wegweisende Reformen durchgesetzt. Bei der Gründung der Weimarer Republik wurde die Abschaffung des Schulgeldes beschlossen. Später, im Zuge der Bildungsexpansion unter Bundeskanzler Willy Brandt und in NRW durch den damaligen Wissenschaftsminister und späteren Ministerpräsidenten Johannes Rau wurden weiterführende Schulen und Hochschulen ausgebaut. So entstand auch die heutige Universität Duisburg-Essen. Dies führte dazu, dass mehr Kinder aus Arbeiterhaushalten höhere Abschlüsse und Qualifikationen erwerben konnten. Das Bildungssystem wurde insgesamt durchlässiger.
Auch ich habe von diesen Reformen profitiert und war die Erste in meiner Familie, die das Gymnasium und später die Universität besucht hat und dort den Masterabschluss gemacht hat. Damit gehöre ich jedoch zu einer kleinen Minderheit: Nur 21 von 100 Kindern ohne Akademiker-Eltern fangen ein Studium an, lediglich acht davon machen einen Masterabschluss. Die Bildungschancen in Deutschland sind derzeit ungerecht verteilt. Um das deutlich zu sagen: Es muss nicht jeder studieren. Aber die Wahl, ob jemand eine Ausbildung oder ein Studium beginnt, sollte vom eigenen Talent und vom eigenen Interesse abhängen. Auf keinen Fall aber von den Bildungsabschlüssen, dem Geldbeutel oder der Wohnadresse der Eltern.

Duisburg Schule Kindergarten
Beim Besuch einer inklusiven Kita mit unserem Fraktionsvorsitzenden Thomas Kutschaty - Inklusion ist ein Menschenrecht und keine Ideologie!

Bildung ist ein allgemeines Menschenrecht!

Das Recht auf Bildung wurde bereits 1948 in Artikel 26 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert. Zu den Kernforderungen des Rechts auf Bildung gehört ein unentgeltlicher Zugang zu Schulbildung und dass diese der Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und der Achtung der Menschenrechte dient.
Ich stimme diesem Artikel in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vollumfänglich zu. Gute Bildung darf nichts kosten und muss für alle Menschen zugänglich sein. Der Geldbeutel der Eltern oder eventuelle körperliche und geistige Einschränkungen dürfen im Bildungssystem keine Rolle spielen. Denn immerhin entscheidet der persönliche Bildungsstand maßgeblich über den weiteren Lebensweg und die berufliche Zukunft.

Kostenfreie Bildung ermöglicht Chancengleichheit!

Da Menschen aber in sehr unterschiedliche Lebensverhältnisse hineingeboren werden, müssen wir alles daransetzen, um Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit herzustellen. Auf diesem Wege wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten bereits viel erreicht. So ist der Zugang zu öffentlichen Schulen und Hochschulen mittlerweile gebührenfrei.
Doch es gibt noch weitere Kostenfaktoren im Bildungssystem wie zum Bespiel das Schulessen, die Fahrtkosten für den Weg zur Schule, die Kosten für Unterrichtsmaterialien oder Schulausflüge. Bei Studentinnen und Studenten kommen auch noch die Kosten für den Lebensunterhalt dazu, da diese häufig nicht mehr bei den Eltern, sondern in Wohnheimen, Wohngemeinschaften oder eigenen Wohnungen leben. Wir dürfen auch diese Kostenfaktoren nicht außer Acht lassen. Menschen aus sozial benachteiligten Familien brauchen die finanzielle Unterstützung der Solidargemeinschaft, um diese Kosten tragen zu können. Dabei muss es für alle Altersklassen Lösungen gibt.
Für Schülerinnen und Schüler fordern wir als SPD ein landesweit kostenloses Schülerticket, um zur Schule zu gelangen. Dies wäre eine enorme finanzielle Entlastung für die Eltern. Für Studentinnen und Studenten muss genügend bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Dies können wir erreichen, indem wir die Landeszuschüsse für Studierendenwerke erhöhen, damit diese in die Sanierung und den Ausbau ihrer Anlagen investieren können.  Außerdem brauchen wir ein elternunabhängiges Bafög ohne Altersgrenzen. Die CDU und FDP lassen in all diesen Bereichen keinerlei Einsatz erkennen.

Gute Bildung braucht ausreichend Geld!

Unsere Kindergärten, Schulen und Hochschulen sind Orte in denen der Grundstein für das weitere Leben gelegt wird. Die Gebäude dieser Institutionen gilt es zu wahren und zu erhalten. Aufgrund klammer kommunaler Kassen haben allerdings viele Schulgebäude einen hohen Sanierungsstau. Auch gibt es einen Investitionsstau bei Universitäten, für deren Instandhaltung das Land Verantwortung trägt. Das bedeutet, dass erhaltende Maßnahmen über Jahre vernachlässigt wurden. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ich Zuschriften von Schulleitern aus meiner Stadt bekomme, die sich zurecht über bröckelnde Fassaden, sanierungsbedürftige Schultoiletten oder ausfallende Heizungen beschweren.
Die damalige SPD-geführte Landesregierung hat mit dem Schulsanierungsprogramm „Gute Schule 2020“ den Weg für die Sanierung der Schulen eingeschlagen und die Kommunen dabei unterstützt. Dieses Programm wurde unter Schwarz-Gelb nicht fortgeführt. Die Landesregierung stiehlt sich aus der Verantwortung und lässt die Kommunen bei der Schulsanierung im Stich. Die Kommunen brauchen aber die Hilfe des Landes, um den hohen Sanierungsstau zu beenden, da sie die Summen aus eigener Kraft nicht aufbringen können.
Ich fordere daher, ein neues Schulsanierungsprogramm des Landes aufzulegen, welches den Kommunen finanzielle Mittel und Planungssicherheit verschafft.

Duisburg Schule Kindergarten
Unsere Schulen brauchen gute Ausstattung und gute Arbeitsbedingungen!

Lehrerberuf attraktiver gestalten!

Lehrerinnen und Lehrer leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag in der Gesellschaft. Denn neben dem eigentlichen Unterricht übernehmen Lehrerinnen und Lehrer auch Elemente aus der Sozial- und Familienarbeit, dem Krisenmanagement und der Psychologie. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass wir uns noch im fortgeschrittenen Alter an die Namen und Gesichter unserer Lehrenden oder Ausbilder erinnern. Sie sind Vorbilder für uns. Der Beruf muss daher durch Politik und Gesellschafft eine entsprechende Wertschätzung erfahren.
Dazu gehört unter anderem eine faire Vergütung des Lehrpersonals. Ich empfinde es als extrem ungerecht, wenn Lehrerinnen und Lehrer je nach Schulform oder Beamten/Angestelltenstatus unterschiedlich bezahlt werden. Wir sollten daher die sogenannte A13-Einstiegsbesoldung für alle Lehrpersonen einführen.
Im Gespräch mit Lehrerinnen und Lehrern höre ich auch immer wieder, dass an den Schulen das Arbeitspensum stark angestiegen ist. Eine kontinuierlich hohe Arbeitsbelastung führt zu gestressten Lehrern und krankheitsbedingten Unterrichtsausfall. Deshalb sollten wir über eine Reduzierung der Pflichtstunden nachdenken, in denen Lehrkräfte Unterricht geben müssen. Dadurch bliebe ihnen mehr Zeit für die Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen von Klassenarbeiten.
Darüber hinaus müssen wir die Personalsituation in den Schulen verbessern. Dafür müssen wir mehr Lehrkräfte und Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter ausbilden und einstellen, um kleinere Schulklassen zu ermöglichen.
Zur Bewältigung der Personalisation müssen wir die Bereitschaft entwickeln, auch neue und unkonventionelle Wege zu gehen. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz von Quereinsteigern. Diese müssen dann aber auch eine Qualifizierung und Förderung erhalten, damit unsere Kinder auch künftig von motivierten und gut ausgebildeten Vorbildern unterrichtet werden.

Die Digitalisierung macht vor den Schultoren nicht halt!

Die digitale Revolution schreitet voran und verändert Lebens- und Arbeitsbedingungen grundlegend. Unsere Schülerinnen und Schüler sind den Erwachsenen in der Nutzung von Smartphones und Tablets teilweise schon weit voraus. Sie benutzen die digitalen Endgeräte wie selbstverständlich für Unterhaltung und Kommunikation.
Auch im Schulsystem hat die Digitalisierung viele Vorteile zu bieten. Das Lernen wird interaktiver und vernetzter und die Beteiligungs- und Konzentrationsraten steigen. Schülerinnen und Schüler werden besser auf die Anforderungen des Berufslebens vorbereitet und das digitale Lernen ist umweltfreundlicher, da viel Papier für Schulbücher und Schulhefte wegfällt.
Um das digitale Klassenzimmer flächendeckend zu erreichen, müssen wir unser Denken von Schule und Lernen neu ausrichten und zielgerichtete Investitionen in die Bildungsinfrastruktur tätigen. Aufgrund eines unterschiedlich schnellen Ausbaus, ist der Digitalisierungsstand vergleichbarer Schulen oft auf einem sehr unterschiedlichen Niveau.
Es gilt daher, einheitliche Standards zu schaffen. Dies betrifft nicht nur die digitale Ausstattung der Schulen, sondern auch die Medienkompetenz von Lehrkräften. Sie verdienen daher Schulungen und Qualifizierungsangebote, um auf die Umstellung auf das digitale Klassenzimmer gut vorbereitet zu werden. Auch ist der Aufbau eines IT-Teams an den Schulen erforderlich, welches sich um technische Probleme und Rückfragen von Lehrkräften kümmert. Damit würde mehr Zeit für den eigentlichen Unterricht bleiben.
Die Kosten für den Ausbau der digitalen Infrastruktur können die Schulen und Gemeinden nicht alleine stemmen. Es braucht weitere finanzielle Mittel von Bund und Land.

Chancengerechtigkeit statt chaotischer Bildungspolitik!

In Sachen Bildungspolitik haben CDU und FDP viel angekündigt und wenig eingehalten. Gekennzeichnet ist diese Bildungspolitik leider vor allem durch Chaos. In der Schulpolitik ist ein Abitur nach neun Jahren nun doch wieder die Regel. Außerdem ist unser Schulsystem von Lehrermangel, hohen Unterrichtsausfall, steigender Mehrheit für die Lehrkräfte, sanierungsbedürftigen Schulen, einem Mangel an Schulsozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, ausbaufähiger Inklusion und fehlender Digitalisierung geprägt. Mit der von CDU und FDP propagierten „weltbesten Bildung“ hat das aus meiner Sicht nichts zu tun.

Das Leitziel der Sozialdemokratie ist und bleibt ein durchlässiges Bildungssystem, das Bildungswege möglichst lange offenhält, individuelle Förderung ermöglicht und Übergange und Berufseinstiege erleichtert.

Ich bin überzeugt: Bildung muss kostenlos und für alle zugänglich sein. Schulen müssen daher die nötigen Rahmenbedingungen bekommen, damit sie gesellschaftlich wichtige Aufgaben der Integrations- und Inklusionsarbeit meistern können.

Maßnahmen für eine chancengerechte Bildungspolitik für die Vielen:

  • Jede Schule muss eine Talentschule Deshalb fordern wir die Einführung eines schulscharfen Sozialindexes, nach dem die besten und viele Lehrkräfte dort eingesetzt werden, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
  • Das längere gemeinsame Lernen muss wieder in den Mittelpunkt der Schul- und Bildungspolitik. Die Gesamt- und Sekundarschulen brauchen breitere politische Unterstützung. Auch jahrgangs- und schulstufenübergreifende Formen wie zum Beispiel die PRIMUS-Schule sollten verstetigt werden.
  • Im Kampf gegen den Lehrermangel muss vor allem die Einstiegsbesoldung auf A13 für alle Lehrerinnen und Lehrer angehoben werden.
  • Inklusion ist ein Menschenrecht und keine Ideologie. Wir fordern mehr multiprofessionelle Teams, um individuelle Förderung zu ermöglichen.